Meniskus-OP: Ablauf, Dauer und wie lange Sie krankgeschrieben sind - Orthopaeden Wiesloch
28 Sep. 2026

Meniskus-OP: Ablauf, Dauer und wie lange Sie krankgeschrieben sind

Eine Meniskus-OP gehört zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen in Deutschland und trotzdem ist sie längst nicht bei jedem Meniskusriss die richtige Wahl. Viele Patienten kommen zu mir, nachdem ihnen nach dem ersten MRT sofort eine Arthroskopie empfohlen wurde. Eine Meniskusläsion ist für mich nicht automatisch eine Operationsindikation. Entscheidend sind unter anderem die Art des Risses, Ihr Alter, Ihre Beschwerden im Alltag und der Zustand des Knorpels. Wenn eine Operation aber sinnvoll ist, möchte ich, dass Sie vor dem Eingriff in meiner Praxis in Wiesloch genau wissen, was auf Sie zukommt: wie der Eingriff abläuft, wie lange er dauert und wann Sie wieder arbeiten können.

Wann eine Meniskus-OP sinnvoll ist – und wann nicht

Als zertifizierter Arthroskopeur und Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) operiere ich Menisken seit vielen Jahren. Gerade deshalb ist mir eine ehrliche Indikationsstellung wichtig. Die Studienlage zeigt, dass gezieltes Eigentraining bei degenerativen Meniskusrissen – also bei schleichend entstandenen Rissen ohne klaren Unfall – langfristig vergleichbare Ergebnisse erzielen kann wie eine arthroskopische Teilentfernung.

Wann ich eher operiere

Blockade des Kniegelenks: Wenn ein eingeschlagener Meniskusanteil das Knie mechanisch blockiert und Sie es nicht mehr vollständig strecken können, ist eine zeitnahe Arthroskopie in der Regel notwendig.

Frischer, traumatischer Riss bei jüngeren Patienten: Ein Längsriss nach einem Sportunfall im gut durchbluteten Randbereich des Meniskus lässt sich häufig nähen. Hier lohnt es sich, nicht zu lange zu warten.

Anhaltende Beschwerden trotz konsequentem Training: Wenn nach drei bis sechs Monaten strukturiertem Eigentraining und gegebenenfalls einer biologischen Therapie keine ausreichende Besserung eintritt, bespreche ich mit Ihnen die operative Option.

Wann ich eher abwarte

Bei einem degenerativen Riss ohne Blockade, bei gleichzeitig fortgeschrittener Arthrose oder wenn die Beschwerden vor allem vom Knorpel ausgehen, rate ich in der Regel zunächst zu einer konservativen Behandlung. Eine Teilentfernung des Meniskus verändert die Druckverteilung im Knie dauerhaft – dieses Gewebe möchte ich nicht ohne guten Grund entfernen.

Teilresektion oder Meniskusnaht – was ich wann mache

Meniskusteilresektion: Dabei entferne ich nur den instabilen, eingerissenen Anteil und glätte die Rissränder. So viel Meniskus wie möglich bleibt erhalten. Diese Technik kommt vor allem bei Rissen im inneren, nicht durchbluteten Bereich infrage, wo eine Naht nicht anwachsen würde.

Meniskusnaht (Refixation): Liegt der Riss im äußeren, gut durchbluteten Randbereich, versuche ich den Meniskus mit feinen Fäden oder Ankern wieder zu fixieren. Die Nachbehandlung dauert länger, dafür bleibt der Meniskus als Stoßdämpfer erhalten – was das Arthroserisiko auf lange Sicht senken kann.

Welche Technik infrage kommt, entscheidet sich oft endgültig erst während der Arthroskopie. Ich bespreche deshalb vorab mit Ihnen beide Szenarien, damit Sie auf beide Nachbehandlungen vorbereitet sind.

Ablauf der Meniskus-OP

Die Meniskus-OP führe ich ambulant in der Klinik durch, nicht in der Praxis. Das bedeutet: Sie kommen morgens und gehen in der Regel am selben Tag wieder nach Hause. Auch Meniskusnähte sind ambulant möglich – stationär bleiben Patienten nur bei einer Kreuzbandrekonstruktion oder bei Knorpeleingriffen.

Narkose: Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose. 

Zugang: Über zwei bis drei kleine Hautschnitte von etwa einem Zentimeter führe ich die Kamera und die Instrumente ins Kniegelenk ein. Ich beurteile dabei nicht nur den Meniskus, sondern auch Knorpel, Kreuzbänder und Gelenkschleimhaut.

Dauer: Eine rein diagnostische Arthroskopie dauert etwa zehn Minuten. Therapeutische Eingriffe wie eine Teilresektion oder eine Meniskusnaht dauern je nach Befund zwischen 20 und 40 Minuten.

Nach der Meniskus-OP: die ersten Tage und Wochen

Nach einer einfachen Meniskusteilresektion beginnt die Mobilisation schon nach wenigen Stunden. Sie dürfen das Bein in der Regel schmerzadaptiert belasten und nutzen Unterarmgehstützen nur so lange, bis Sie sicher und hinkfrei gehen.

Nach einer Meniskusnaht ist die Nachbehandlung deutlich vorsichtiger: Meist wird das Bein für in der Regel vier Wochen nur teilbelastet, manchmal mit einer Orthese, die die Beugung begrenzt. So hat die Naht Zeit, fest anzuwachsen.

Muskelaufbau: Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist der gezielte Muskelaufbau der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur. Ich empfehle Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche – mit Übungen, die ich Ihnen zeige und die Sie eigenständig durchführen können.

Wie lange sind Sie nach einer Meniskus-OP krankgeschrieben?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt von der OP-Technik und von Ihrem Beruf ab. Als grobe Orientierung:

  • Teilresektion, Bürotätigkeit: in der Regel ein bis zwei Wochen
  • Teilresektion, körperlich belastende Arbeit: in der Regel vier bis sechs Wochen
  • Meniskusnaht, Bürotätigkeit: in der Regel zwei bis vier Wochen
  • Meniskusnaht, körperlich belastende Arbeit: in der Regel drei Monate oder länger

Diese Werte sind Richtwerte. Wie schnell Sie tatsächlich wieder einsatzfähig sind, bespreche ich mit Ihnen individuell nach der Operation.

Zu früh belastet – woran Sie es merken

Viele Patienten fühlen sich nach einer Teilresektion schon nach wenigen Tagen gut und steigern die Belastung zu schnell. Warnzeichen sind eine zunehmende Schwellung, ein Erguss, der sich nicht zurückbildet, ein Wärmegefühl im Knie oder Schmerzen, die nach Belastung stärker statt schwächer werden. Nach einer Meniskusnaht kann eine zu frühe tiefe Beugung unter Last die Naht gefährden. Wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken, melden Sie sich bitte in der Praxis – eine kurze Kontrolle mit Ultraschall bringt meist schnell Klarheit.

Biologische Therapie als Alternative oder Ergänzung

Bei degenerativen Meniskusschäden setze ich vor einer Operation häufig auf ACP/PRP. Das Konzentrat aus Ihrem Eigenblut enthält Wachstumsfaktoren, die die Entzündung im Gelenk regulieren und Reparaturprozesse unterstützen können. Der Standardzyklus umfasst drei Sitzungen im Abstand von je einer Woche, die Gesamtkosten liegen bei ca. 600 Euro. Die GKV übernimmt die Kosten nicht. Bei vielen Patienten lässt sich so zusammen mit gezieltem Training eine Operation vermeiden oder zumindest hinauszögern. Mehr zu den typischen Beschwerden lesen Sie in meinem Beitrag zu Meniskus-Schmerzen.

Häufige Fragen zur Meniskus-OP

Ist eine Meniskus-OP ambulant möglich?

Ja. Sowohl die Teilresektion als auch die Meniskusnaht führe ich ambulant in der Klinik durch. Stationär ist ein Aufenthalt nur bei einer Kreuzbandrekonstruktion oder bei Knorpeleingriffen notwendig.

Wann darf ich nach der Meniskus-OP wieder Auto fahren?

Sobald Sie das Bein sicher und voll belasten, eine Notbremsung schmerzfrei ausführen können und keine Gehstützen mehr brauchen. Nach einer Teilresektion ist das häufig nach ein bis zwei Wochen der Fall, nach einer Meniskusnaht deutlich später.

Wann kann ich wieder Sport machen?

Radfahren und Schwimmen sind nach einer Teilresektion oft nach zwei bis drei Wochen möglich. Laufen und Sportarten mit Richtungswechseln kommen nach vier bis sechs Wochen infrage. Nach einer Meniskusnaht rechne ich eher mit drei bis sechs Monaten bis zur vollen Sportfähigkeit.

Was passiert, wenn ich nicht operiere?

Bei einem degenerativen Riss ohne Blockade meist nichts Dramatisches – viele Patienten kommen mit gezieltem Training und gegebenenfalls ACP/PRP gut zurecht. Anders ist es bei einem blockierenden Riss oder einem frischen, nähbaren Riss bei jungen Patienten: Hier kann Abwarten dazu führen, dass der Meniskus nicht mehr erhalten werden kann.

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in meiner Praxis in Wiesloch – ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen