Golferellenbogen behandeln: Was wirklich hilft
07 Sep. 2026

Golferellenbogen behandeln: Was wirklich hilft – und was nicht

Der Golferellenbogen wird unterschätzt. Patienten schleppen ihn oft monatelang mit sich, hoffen darauf, dass er sich von selbst gibt – und wundern sich, warum die Schmerzen bleiben. Das liegt daran, dass die übliche Empfehlung – Schonen, Kühlen, Schmerzmittel – an der eigentlichen Ursache vorbeigeht. In meiner Praxis in Wiesloch behandle ich Ellenbogensehnen gezielt: mit biologischer Therapie und einem strukturierten Aufbauprogramm, das die Sehne tatsächlich belastbarer macht.

Was ist der Golferellenbogen?

Der Golferellenbogen – medizinisch Epicondylitis medialis – ist eine schmerzhafte Reizung der Beugesehnen am inneren Ellenbogenknorren (Epicondylus medialis humeri). Dort inserieren die Muskeln, die Handgelenk und Finger beugen und den Unterarm einwärts drehen. Wenn diese Muskeln chronisch überlastet werden, kommt es zu degenerativen Veränderungen in der Sehnenstruktur – einer sogenannten Tendinopathie.

Der Name ist irreführend: Nur ein kleiner Teil der Betroffenen spielt tatsächlich Golf. Typische Auslöser sind repetitive Greif- und Drehbewegungen – Handwerk, Büroarbeit, Klettern, Racket-Sportarten, aber auch einseitiges Krafttraining.

Wichtiger Unterschied: Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis) sitzt am äußeren Knorren und betrifft die Strecksehnen; der Golferellenbogen sitzt innen und betrifft die Beugesehnen. Beide sehen ähnlich aus – die Seite entscheidet.

Symptome des Golferellenbogens

Der Schmerz sitzt präzise am inneren Ellenbogenknorren – oft als druckempfindlicher Punkt. Er verstärkt sich beim Greifen, beim Handgelenkbeugen gegen Widerstand und beim Einwärtsdrehen des Unterarms. Typisch ist auch ein ausstrahlender Schmerz in Richtung Unterarm. Im fortgeschrittenen Stadium schmerzt bereits das Heben einer Kaffeetasse oder das Händeschütteln.

Bei manchen Patienten ist gleichzeitig der N. ulnaris gereizt – er verläuft direkt neben dem Epicondylus medialis. Das äußert sich als Kribbeln oder Taubheit im Ring- und Kleinfinger.

Wie ich den Golferellenbogen diagnostiziere

Die Diagnose ist klinisch: Druckschmerz am Epicondylus medialis, Schmerzprovokation beim Handgelenkbeugen gegen Widerstand (Resisted Wrist Flexion Test) und beim Pronieren des Unterarms. Der Ultraschall zeigt mir den Zustand der Sehne direkt – Strukturstörungen, Kalzifikationen, Neovaskularisationen, Flüssigkeitsansammlungen. Ein MRT ist selten notwendig, aber hilfreich bei Verdacht auf Partialriss oder begleitende Pathologien.

Behandlung des Golferellenbogens

Warum Schonung allein nicht hilft

Sehnendegenerationen heilen nicht durch Ruhe. Die betroffene Sehne braucht kontrollierten Reiz – nicht Entlastung. Studien zeigen klar, dass exzentrisches Training die Sehnenstruktur reorganisiert und belastbarer macht. Reine Schonung verzögert die Heilung; die Beschwerden kehren bei Wiederbelastung zurück.

Exzentrisches Eigentraining

Das Kernstück der konservativen Behandlung ist ein exzentrisches Übungsprogramm für die Beugesehnen am Handgelenk – zwei- bis dreimal täglich, über mindestens sechs Wochen. Ich erkläre meinen Patienten die Übungen in der Praxis und stelle sicher, dass Ausführung und Intensität passen. Das Programm lässt sich ohne Geräte zuhause durchführen.

ACP/PRP – Biologische Sehnentherapie

Bei hartnäckigen Verläufen – also wenn die Beschwerden trotz konsequentem Eigentraining nach vier bis sechs Wochen nicht nachlassen – setze ich ACP/PRP ein. Aus dem Blut des Patienten gewinne ich ein Wachstumsfaktor-Konzentrat (PDGF, TGF-β, IGF), das ich ultraschallgestützt direkt in den degenerierten Sehnenbereich injiziere. Die Wachstumsfaktoren stimulieren die Sehnenzellen zur Regeneration und regulieren die chronische Entzündungsreaktion.

Der Standardzyklus umfasst drei Sitzungen im Abstand von je einer Woche, Gesamtkosten ca. 600-650 Euro. Für ausgeprägte Befunde biete ich ACP MAX an – eine hochkonzentrierte Einzelsitzung für ca. 650 Euro. Die GKV übernimmt diese Leistungen nicht.

Häufige Fragen zum Golferellenbogen

Wie lange dauert die Behandlung des Golferellenbogens?

Das hängt stark davon ab, wie lang die Beschwerden schon bestehen. Frische Fälle sprechen oft nach vier bis acht Wochen Eigentraining gut an. Chronische Verläufe – alles über drei Monate – brauchen in der Regel biologische Therapie als Ergänzung und insgesamt drei bis sechs Monate.

Soll ich beim Golferellenbogen Sport pausieren?

Nicht komplett. Ich empfehle, schmerzauslösende Belastungen zu reduzieren, aber nicht vollständig aufzuhören. Leichtes Ausdauertraining und gezieltes Eigentraining für die betroffene Sehne sind ausdrücklich erlaubt – und notwendig für die Heilung.

Was unterscheidet Golferellenbogen von Tennisellenbogen?

Der Golferellenbogen sitzt am inneren Ellenbogenknorren und betrifft die Beugesehnen; der Tennisellenbogen sitzt außen und betrifft die Strecksehnen. Beide sind Tendinopathien durch Überlastung – die Behandlungsprinzipien sind ähnlich, die betroffene Seite und die provozierende Bewegung sind verschieden.

Hilft Kühlen beim Golferellenbogen?

Kühlen lindert akute Schmerzen kurzfristig – verändert aber nicht die Sehnenstruktur und beschleunigt die Heilung nicht. Es ist eine symptomatische Maßnahme, kein therapeutischer Ansatz.

Was kostet die ACP/PRP-Therapie beim Golferellenbogen?

Der Standardzyklus mit drei Sitzungen kostet ca. 600-650 Euro gesamt; ACP MAX als Einzelsitzung 650 Euro. Ich kläre die Kosten vor Beginn der Behandlung transparent im Gespräch.

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in meiner Praxis in Wiesloch – ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.